Ein Backofen ist eine gute Alternative zu einem Herd. Im Gegensatz zum Herd verfügt ein Backofen über eigene Bedienelemente. Deshalb kann er separat vom Kochfeld in eine Küche integriert werden. Damit bietet sich beispielsweise auch die Möglichkeit, den Backofen in der passenden Bedienhöhe einzubauen. Weniger Bücken, mehr Komfort. Wir zeigen Ihnen in unserem Backofen-Ratgeber, welche Auswahl Sie haben und worauf Sie achten sollten.

Erste Frage: Einbau-Backofen oder Standgerät?

Wenn die Küche keinen Platz für zusätzliche Einbaugeräte bietet, haben Hersteller wie DeLonghi eine breite Palette an kompakten Backöfen im Programm, die vielen Einbaugeräten vom Funktionsumfang in nichts nachstehen. | Bild: DeLonghi
Wenn die Küche keinen Platz für zusätzliche Einbaugeräte bietet, haben Hersteller wie DeLonghi eine breite Palette an kompakten Backöfen im Programm, die vielen Einbaugeräten vom Funktionsumfang in nichts nachstehen. | Bild: DeLonghi

Die Frage, ob Sie sich für einen Einbau-Backofen oder ein Standgerät entscheiden, hängt vor allem davon ab, wie viel Platz Sie in Ihrer Küche haben. Einbaubacköfen sind alle 55 cm breit. Es gibt sie als Standard- und Kompaktgröße sowie als Großvolumen. Das bedeutet, der Backofen fasst zwischen 27 und bis zu 76 Litern Inhalt. Da die Breite gleich ist, unterscheiden sich die Einbaubacköfen in den Höhen: Sie liegen zwischen 38 und knapp 60 cm.

Wer weniger Platz hat, entscheidet sich für einen freistehenden Backofen. Das sind meistens kleinere, kompakte Geräte, die dann auch gut auf die Arbeitsfläche passen.

 

Zusatzfunktionen – praktisch oder nur Spielerei?

Moderne Backöfen können viel mehr als nur Backen. Welche Funktionen Sie brauchen, wird durch Ihr individuelles Nutzungsverhalten bestimmt. Denken Sie vor dem Kauf einmal darüber nach, welche Gerichte Sie vorwiegend in Ihrem Backofen zubereiten, welche Funktionen Sie unbedingt brauchen und welche zusätzlichen Möglichkeiten Sie gern hätten, die Ihr aktueller Backofen nicht bietet. Denken Sie auch darüber nach, wie die Platzverhältnisse in Ihrer Küche sind, denn Mikrowelle und Dampfgarer sind auch als separate Geräte erhältlich, verbrauchen aber zusätzlichen Raum. Die Vielfalt der Funktionen ist groß, deshalb hier nur eine kleine Auswahl als Anregung:

Die integrierte Dampffunktion sorgt für eine vitaminschonende Zubereitung Ihrer Speisen. Hier verbinden sich Wasserdampf und Heißluft. Sie können die Dampffunktion auch als reinen Dampfgarer verwenden – oder in der Kombination aus Dampf und Heißluft. Wer gesundheitsbewusst kocht, kann mit dem Dampfgarer Fett und Kalorien sparen.

 

Mit der integrierten Mikrowelle können Sie auf eine separate Mikrowelle verzichten. Aktuelle Modelle können nicht nur aufwärmen, sie sorgen auch für das schnelle und schonende Auftauen von gefrorenen Lebensmitteln. Darüber hinaus können Sie die Mikrowelle zusätzlich zuschalten, um die Garzeit von Gerichten deutlich zu reduzieren.

Der Backwagen ist eine echte Komfortfunktion: Er ist vom Prinzip her ein auf Schienen gelagerter Wagen, der die herunterklappende Tür ersetzt und Backblech und Rost aufnimmt. Sie stellen Ihre Gerichte einfach auf den Backwagen und schieben sie in den Ofen. Das bringt zwei Vorteile: Zum einen sinkt die Gefahr, sich an den Heizstäben zu verbrennen. Zum zweiten können Sie Zutaten einfacher hinzufügen, beispielsweise Flüssigkeiten zu einem Braten zugeben.

Auch in Sachen Reinigung können viele Backöfen punkten: Dank Pyrolyse reinigt sich Ihr Backofen von ganz allein. Hier werden Fett- und Essensreste bei ca. 500° C zu Asche verbrannt, diese muss dann nur noch weggewischt werden. Je nach Verschmutzung gibt es verschiede Programme, von leicht bis intensiv. Dieser Komfort hat leider seinen Preis, nämlich einen hohen Energieverbrauch. Der Ofen muss zur Reinigung sehr hoch erhitzt werden, verbraucht also viel Strom. Eine Alternative hierzu sind Spezial-Emaillierungen. Dabei ist der Ofen im Innern mit einer Wasser abweisenden Schicht versehen. Fett und Schmutzrückstände setzen sich weniger leicht an. Zum Reinigen können Sie auf scharfe Reiniger verzichten: Es genügt, den Ofen mit einem feuchten Tuch mit Spülmittel auszureiben. Je nach Hersteller trägt die Beschichtung unterschiedliche Namen: Neff nennt seine Lösung EasyClean, bei Siemens und Bosch heißt sie ecoClean, Miele sagt PerfectClean dazu – und bietet auch Backbleche mit der Beschichtung an. AEG macht es noch genauer: Backbleche mit der Spezial-Emaillierung laufen unter der Bezeichnung LongClean, die Backöfen unter SuperClean. Gleichgültig, welcher Name, am Ende zählt: Die Reinigung ist einfach, umweltschonend und energieeffizient.

Im Blickpunkt: Der Energieverbrauch

Neben den Anschaffungskosten fragen immer mehr Verbraucher auch nach den Kosten im laufenden Betrieb. Natürlich hängen die Gesamtkosten eng damit zusammen, wie oft der Backofen in Betrieb ist. Die Energieeffizienzklasse gibt einen guten Anhaltspunkt für den Verbrauch: Die meisten Backöfen kommen heute mit A oder A+ auf den Markt. Wichtig: Die Einteilung in die Energieeffizienzklasse hängt bei Backöfen mit dem Volumen zusammen, also mit der Größe des Backofens. Deshalb hier nur ein Beispiel: Ein Backofen mit 65 l Volumen und Energieeffizienzklasse A verbraucht etwa 0,8 kWh pro Backvorgang. Bei 100 Backvorgängen im Jahr summiert sich das auf knapp unter 20 Euro. Ein Tipp, wenn der Energieverbrauch für Sie ein wichtiger Faktor ist: Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass Sie die Größe Ihres Backofens so wählen, dass sie zu Ihnen und Ihrem Kochverhalten passt.

Was sollte ein Backofen kosten?

Die Vielzahl an Funktionen macht es schon deutlich: Die Preisspanne bei Backöfen ist genauso hoch wie die Variationsmöglichkeiten bei den einzelnen Modellen. Einen einfachen Backofen ohne Zusatzfunktionen bekommen Sie schon für ca. 300 €. Die Mittelklasse liegt bei etwa 800 bis 1.200 €. Im Premiumsegment mit umfangreichen Zusatzfunktionen und hochwertigem Design sind Preise bis zu 2.000 Euro möglich.

Für welchen Backofen Sie sich entscheiden, bleibt Ihren Möglichkeiten, Ihren Anforderungen und Ihrem Geschmack überlassen. Überlegen Sie sich in jedem Fall, welche Größe für Sie in Sachen Platz und Kochverhalten sinnvoll ist und natürlich auch, auf welchen Komfort Sie keinesfalls verzichten möchten. Auf diese Weise sparen Sie am Ende Energie und Geld für Funktionen, die Sie vielleicht gar nicht oder nur selten nutzen.

Backöfen | Bild: Technik-Profis.de

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